Ortsheimatpfleger bei der KAB Zeitlarn.
Auch der zweite geschichtliche Vortrag von Ortsheimatpfleger Johann Flauger im Rahmen der KAB stieß wieder auf beachtliches Interesse. Über 40 Zuhörer konnte Ortsvorsitzender Reinhold Gebhard am Donnerstag, 19.03.2026, im Pfarrheim Zeitlarn begrüßen.
Zu Beginn seines Vortrages fand Herr Flauger bemerkenswerte Analogien zwischen der Gegenwart und der Reformationszeit. Damals wie heute wurden religiöse Gewissheiten, politische Machtverhältnisse und gesellschaftliche Strukturen grundlegend infrage gestellt und geändert.
Herr Flauger gliederte seinen Vortrag in zwei Teile. Seit dem Augsburger Reichstag im Jahre 1555 durften die jeweiligen Landesherren nach dem Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ (Wessen Gebiet, dessen Religion) die Religion ihrer Untertanen bestimmen. Deshalb wurden im Vortrag zunächst die Herrschaftsverhältnisse in unserem Gebiet zur damaligen Zeit geklärt. Dabei zeigte sich, dass die Pfarrei St. Bartholomäus Zeitlarn, zu der auch Regendorf gehörte, an der Nahtstelle von gleich drei Fürstentümern, nämlich Bayern, Kurpfalz und Pfalz-Neuburg lag, was das religiöse Leben der Bürger erheblich
beeinträchtigte.
Im zweiten Teil wurden dann die über zwei Generationen andauernden religiösen Auseinandersetzungen und die von der Obrigkeit rigoros durchgesetzten fünfmaligen Glaubenswechsel dargestellt. Anhand von Visitationsberichten aus der damaligen Zeit wurde das religiöse Leben der Gläubigen unter lutherischen und sogar calvinistischen Pastoren beleuchtet. Zum Schluss konnte man anhand eines Originalberichtes die Einnahme von Sallern und Zeitlarn während des 30-jährigen Krieges im Jahre 1621 durch den Pfleger von Stadtamhof miterleben. Mit der Besetzung der Oberpfalz durch Herzog Maximilian I. von Bayern wurde schließlich die Rekatholisierung eingeleitet. Er hatte vom Kaiser zum Ausgleich seiner Kriegskosten die Oberpfalz und damit auch Zeitlarn erhalten, während Regendorf bei Pfalz-Neuburg verblieb. Erst im Jahre 1978 fanden die beiden Gemeinden Zeitlarn und Regendorf durch freiwilligen Zusammenschluss wieder
zueinander. Tapfer kämpften sich die Zuhörer durch den durch viele Folien veranschaulichten, umfangreichen Vortrag und zeigten durch viele Nachfragen ihr reges Interesse.
Besonderer Dank gebührt dem Vorsitzenden der KAB Zeitlarn und Herrn Peter Höbel für die ausgezeichnete Unterstützung bei der Vorbereitung der Veranstaltung.
Text: Johann Flauger
Bilder: KAB
