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Jahresversammlung der KAB Chammünster – Maria Schneider abgetreten.

Spannung lag in der Luft bei der Jahresversammlung des Ortsverbands Chammünster der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) am vergangenen Samstag im Pfarrheim. Denn Maria Schneider hatte schon im Vorfeld angekündigt, nach 28 Jahren nicht mehr für das Amt als Ortsvorsitzende bereit zu stehen – und alle potenziellen Nachfolger hatten die Aufgabe dankend abgelehnt, wohl auch in Hinblick auf die sehr großen Fußtapfen, die Schneider vorgegeben hatte. So hatte die Vorsitzende die KAB-Diözesansekretärin, Brigitta Alkofer, eingeladen, damit diese eventuell eine Lösung des Dilemmas findet. Schließlich wurde die in Form eines vierköpfigen Leitungsteams etabliert.

In gewohntem Rahmen begann die diesjährige Jahresversammlung mit dem Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder im Marienmünster, leider ohne Orgelklang, aber mit sicherem und festem Gesang der KABler. Anschließend traf man sich im Pfarrheim zur Versammlung. Vorsitzende Maria Schneider begrüßte neben einer schönen Anzahl von Mitgliedern Präses Pfarrer Sebastian Scherr und dankte ihm für die Messfeier. Weiter hieß sie Diözesansekretärin Alkofer willkommen, die erst am Freitag aus Uganda zurückgekommen sei und heute schon in Chammünster weile, sowie Brigitte Wagner vom KAB-Diözesan- und -Kreisvorstand.

Abwechselnd mit Bettina Kusch und mit Bildern unterstützt von Sven Plötz blickte Maria Schneider auf das vergangene Vereinsjahr, das wieder voll abwechslungsreicher Termine war und besonders durch das 70-jährige Ortsverbandsjubiläum sowie die Ausrichtung des KAB-Kreiswandertags geprägt war. Nach der Jahresversammlung 2025 mit einer Vorstellung der Arbeit der Kinderkrebshilfe im Landkreis Cham, die von der KAB mit einer Spende bedacht wurde, folgten die von der KAB gestaltete Ölbergandacht in der Annakapelle am Gründonnerstag, die Maiandacht am Lamberg mit anschließender Einkehr im Gasthaus, die Teilnahme an einer Kräutertour der KAB Rötz zu einer Gewürzfabrik in Schnaittenbach oder am Schützenkirta der Schützengesellschaft Chammünster. Hierbei wurde auch die Siegerehrung der Schieß-Dorfmeisterschaft durchgeführt, die KAB-Mannschaft belegte Platz 6 unter 15 Teams.

Gleich am Anfang der Landesgartenschau in Furth im Wald ließen sich die Minstacher KABler Entstehung, Konzept und Durchführung der Schau in einer Führung erklären. Gleich nach Fronleichnam, wo die KAB mit Fahne und in Mannschaftsstärke an der Prozession teilnahm, folgte das Ortsverbandsjubiläum Ende Juni. Den Festgottesdienst zelebrierte KAB-Diözesanpräses Stephan Rödl, auch Gäste von der KAB-Partnerorganisation in Uganda waren mit Brigitta Alkofer  gekommen, die musikalische Gestaltung übernahm die KAB-Musikgruppe des Ortsverbands.

Anschließend wurde im Pfarrheim gefeiert mit Mittagessen vom Schneiderwirt aus Haderstadl, einem Blick auf 70 Jahre KAB Chammünster unter dem benediktinischen Leitwort „Ora et labora – bete und arbeite“ sowie einer unterhaltsamen Stunde mit Liedermacher Hubert Treml aus Regensburg, der auch für die Minstacher KAB ein Lied getextet hatte. Im August folgte die Festspielfahrt nach Falkenstein zum Stück „Baron Münchhausen“, beim Hofinger Dorffest wurde mitgefeiert und mit dem OGV die Kräuterwanderung vor dem Großen Frauentag nach Cham durchgeführt.

Im September hatte der Kreisverband der KAB bei der Further Landesgartenschau beim Landkreispavillon einen Info-Stand, den der Ortsverband Chammünster einen Vormittag lang mit vier Personen betreute. Dabei wurde zum Cappuccino-Rentenmodell des Verbands informiert und der Diözesanverband informierte in Referaten zu den Themen „Digitales Erbe“, die Uganda-Hilfe oder „Die digitale Patientenakte“. Alljährlich führt der KAB-Kreisverband einen Wandertag durch, den jeweils ein anderer Ortsverband organisiert. Im Vorjahr war Chammünster dran und setzte eine Route rund um den Satzdorfer See an mit einer Erklärung zu Daten des Sees durch Michael Kusch beim „Grünen Klassenzimmer“ und einer Einkehr im Satzdorfer Wirtshaus zum Mittagessen. Nach der Rückkehr gab’s noch Kaffee und Kuchen im Pfarrheim und lebhafte Unterhaltungen.

Oktober-Rosenkranz, Beteiligung am Volkstrauertag, Adventandacht in der Kirche und Adventfeier im Pfarrheim mit Geschichten zur Weihnachtszeit von Toni Lauerer rundeten das Jahr ab. Heuer ging es mit der Kreisausschusssitzung in Cham los, beim Vortrag über das menschliche Gehirn in Roding waren Minstacher dabei genauso wie bei der Vorstellung des Gründerzentrums in Roding. Die Kreuzwegandacht im Marienmünster war sehr gut besucht und dann wurden schon 350 Palmbuschen gebunden und 200 Osterkerzen gestaltet, die vor Palmsonntag verkauft wurden. Der Erlös wird größtenteils an verschiedene Organisationen gespendet.

Maria Schneider dankte zum Schluss ihres Berichts allen KABlern, die durch ihr Mittun und ihre Unterstützung die vielen Aktionen erst erfolgreich gemacht hatten, besonders auch dem Vorstandsteam und Präses Scherr. Ein Extradank galt Sven Plötz, der die Geburtstagskarten mit sinnvollen Sprüchen sehr schön gestaltet. Der Ortsverband habe derzeit 120 Mitglieder, 79 davon sind Frauen.

Den Kassenbericht gab Sabine Dietz, die ein leichtes Guthabenplus vermelden konnte, dank einiger Spenden und dem Erlös aus dem Verkauf der Buschen und Kerzen. Einstimmig wurden die Kassenwartin sowie der gesamte Vorstand entlastet. Als Spenden für heuer beschlossen die Mitglieder je 200 Euro für die Chamer Tafel bzw. den Frauennotruf. Sieben Mitglieder konnten anschließend für langjährige Treue zur KAB und oft auch aktives Mitarbeiten geehrt werden. 25 Jahre ist Marianne Breu dabei, 40 Jahre sind es bei Erna Busch, Maria Ellmann, Hannelore Hastreiter; 50 Jahre bei Anni Althammer und gar 60 Jahre bei Josef Hofbauer, Georg Zangl und Willi Pöschl. Als Neumitglieder wurden Angelika und Christian Lugauer aus Roding-Trasching willkommen geheißen.

Zu ihrem Abschied als Vorsitzende blickte Maria Schneider kurz auf ihre Amtszeit zurück. Vor 30 Jahren sei sie zweite Vorsitzende geworden, nach zwei Jahren erste Vorsitzende. In diesen Jahren hätten die KABler viel miteinander erlebt, etwa 24 besondere Wallfahrtsorte besucht, ebenso 24-mal Festspiele im Landkreis, zahlreiche Vereinsausflüge habe es gegeben, dazu das 50. und 60. Gründungsjubiläum des Ortsverbands mit schönen Festen. Alle Jahre seien Palmbuschen und Osterkerzen gefertigt worden,  rund 9000 bzw. 6700 Stück, Inge Gruber habe für die Buschen noch etwa 4000 Papierblüten gebunden.

Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen habe es gegeben, der Lebendige Adventskalender sei fünfmal organisiert worden, letztmals 2021, Adventfeiern mit besinnlichen und heiteren Elementen  gebe es alle Jahre am zweiten Adventssonntag, zuerst beim Schneiderwirt, nun im Pfarrheim, an den Dorfmeisterschaften im Eisstock und Schießen nahmen KAB-Teams teil wie auch am KAB-Kreiskegelturnier, immer seien die KABler für vordere Plätze gut gewesen. Die Pfarrer Hebauer, Nees, Schemmerer und Scherr habe sie als Präsides erlebt. Mit einem Zitat Martin Luthers schloss Maria Schneider ihr Resümee: „Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf!“ Aber danken wollte sie noch allen, die sie unterstützt hatten über all die Jahre. Franz Baumgartner habe sie anfangs an die Hand genommen, genauso Sepp Fink. „Die Arbeit in der KAB war immer eine Bereicherung für mein Leben“, machte sie Mut, es ihr gleichzutun. Langer Applaus aller Anwesenden drückte die Dankbarkeit der Mitglieder aus für die vielen Jahre beste Führungsarbeit.

Pfarrer Scherr wünschte sich, dass die Arbeit in der KAB, dem einzigen kirchlich orientierten Verein in der Pfarrei außer der MMC, erfolgreich weitergehe, eventuell mit einem Führungsteam an der Spitze. Nach der äußerst erfolgreichen Zeit mit Maria Schneider als Vorsitzender werde es Veränderungen geben, „aber das muss ja nicht schlecht sein“. Diözesansekretärin Alkofer wusste, dass es nicht leicht sei, eine Ortsverbandsführung nach einer Vorsitzenden wie der bisherigen zu finden. Aber: „Wovor fürchtet ihr euch? Es läuft doch alles wunderbar im Ortsverband.“ Zusammen mit Stadtrat Stefan Schönberger leitete sie die Wahl.

Schönberger wies darauf hin, dass der Vorstand des KAB-Ortsverbands eigentlich seit Langem eine Besonderheit war, da laut Satzung eigentlich ein weiblicher und ein männlicher Vorsitzender gewählt werden sollten. Doch in Chammünster fand sich kein Mann bereit für das Amt. Trotzdem sollte versucht werden, diese Vorgabe zu erfüllen. Aber auch diesmal fand sich kein Mann, vornedran zu stehen. Und selbst Toni Kollmer und Sven Plötz waren nicht mehr bereit, im Vorstand mitzuwirken. Schließlich beschloss die Versammlung, ein Leitungsteam zu wählen. Dies besteht nun aus Bettina Kusch, Sarah Dietz, Petra Hastreiter und Lydia Kregiel. Kassenwartin bleibt Sabine Dietz, Schriftführer Holder Hierl, Präses Sebastian Scherr, Kassenprüfer sind Marianne Fink und Fanny Meier. Delegierte zur Kreisversammlung sind Maria Schneider und Sabine Dietz.

Stefan Schönberger dankte den Gewählten, dass sie die KAB weiter führen, denn die Arbeit des Ortsverbands sei wichtig für Kirchengemeinde und Gesellschaft, denn es sei der einzige Verein, der hier kirchliche Themen anspricht. Maria Schneider benannte Bettina Kusch einfach als Sprecherin des Leitungsteams. Diese gab bekannt, dass die Halbtagswallfahrt im September nach Amberg fest sei. Die KAB-Maiandacht ist am 17. Mai um 17.30 Uhr auf dem Lamberg mit Verabschiedung der langjährigen Vorsitzenden. Die dankte allen für ihre Verbundenheit zur KAB, „ihr wart eine wunderbare Gemeinschaft“.

Text und Bilder: Holder Hierl