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Immaterielles Weltkulturerbe hautnah erleben.

Bereits um 8:30 Uhr begann die Führung durch die traditionsreiche Glashütte Lamberts in Waldsassen, deren handwerkliche Methode der mundgeblasenen Flachglasfertigung im Jahre 2023 von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt wurde. Unter fachkundiger Leitung bekamen die KAB-Mitglieder Einblicke in den Prozess der Herstellung: Vom Schmelzen der Rohstoffe (Sand, Soda, Kalk) im Ofen, das Blasen zu Zylindern, das Strecken zu Platten im Ofen und das langsame Kühlen der Glasplatten.

Dank spezieller Rezepturen kann die Glashütte neben transparentem Glas rund 5000 Standardfarben herstellen und bei Bedarf auch individuelle Nuancen sowie Sonderanfertigungen realisieren. Alle Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt von der Präzision der Glasbläserkunst, dem hohen Qualitätsanspruch sowie der anspruchsvollen Technik, die den Mitarbeitenden ein Höchstmaß an Konzentration und Kraft abverlangt.

Zwischen den einzelnen Stationen wurden wissenswerte Informationen zur Geschichte der regionalen Glasindustrie sowie Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um das nachhaltige Produktionsverfahren vermittelt.

Ein Film verschaffte den Teilnehmenden der Führung Überblicke in die weltweiten Projekte, die Lamberts mit seinem Glas künstlerisch geprägt hat. So wurden etwa für die Restaurierung des Zifferblatts des Elizabeth Tower (Big Ben) in London im Jahr 2017 rund 1.300 Glaselemente über mehrere Monate hinweg in der Glashütte Lamberts in traditioneller Handarbeit gefertigt – jedes einzelne ein mundgeblasenes Unikat.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher stellten Verständnisfragen und verfolgten die handwerklichen Details mit großem Interesse – ein Zeichen dafür, wie lebendig die Verbindung von Kultur, Arbeitswelt und Gemeinschaft in der Region ist.

Nach dem Rundgang ließ die Gruppe im Café Rosner den Vormittag in gemütlicher Atmosphäre ausklingen. Dabei bot sich die Gelegenheit, Erlebnisse der Glashüttenführung Revue passieren zu lassen.

Text: Christine Sollfrank

Bild: Albert Sollfrank