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Intensive Einblicke hinter die Kulissen der Festspiele und Artenvielfalt bei Nutztieren

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Seminars „Begegnungen vor Ort: Luisenburg und Archedorf“ durften sich über prächtiges Wetter freuen und trafen alle gut gelaunt am Treffpunkt ein. Das Luisenburg Resort direkt neben dem Festspielhaus war unsere erste Anlaufstelle. Ingrid Scheufler empfing die Gruppe mit einem kleinen Imbiss und gab einen Überblick über Inhalt und Ablauf des Seminars.  Dann konnte sie auch schon Herrn Kaldonek begrüßen, der zunächst umfassende Einblicke in die Organisationsabläufe der Luisenburg Festspiele ermöglichte. Als Dramaturg und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit konnte er jede Frage, von der Stückauswahl bis hin zum minutiös durchgeplanten Tagesablauf eines Schauspielers, nicht nur sehr fundiert, sondern auch überaus fesselnd und unterhaltsam beantworten. Wir konnten uns nur schwer losreißen, um die Räume und Bühnentechnik des eigentlichen Festspielhauses zu erkunden. Auch hier begleitete uns Herr Kaldonek und begeisterte uns mit seiner Kombination aus detaillierten Informationen und anschaulichen Anekdoten. Von der Maske über die Schneiderei bis hin zum Wäschetrockner, der hier etwa 40 m² groß ist, konnten wir jeden Winkel in Augenschein nehmen. Auch die Nebenbühnen, auf denen Kulissenteile auf ihren Einsatz warten, waren Teil unseres Rundgangs. Lediglich die Hauptbühne konnten wir nicht betreten, weil dort die Kulissenbauer gerade letzte Hand an das Bühnenbild von „Pumuckl“ legten und in wenigen Minuten die Probe beginnen sollte. Wir genossen stattdessen den beeindruckenden Überblick von der beinahe leeren Tribüne aus, bevor wir wieder ins Resort zurückkehrten. Hier stieß dann Herr Fischer, der kaufmännische Theaterleiter, zu uns. Herr Kaldonek hatte ihn dazugebeten, um alle Fragen der KAB zu den wirtschaftlichen Hintergründen und vor allem auch zur Ausgestaltung der Arbeitsverhältnisse zu beantworten. Auch Herr Fischer nahm sich viel Zeit und begegnete den vielfältigen Fragen der Gruppe aufgeschlossen und mit großem Sachverstand. Nach drei Stunden wurden Herr Kaldonek und Herr Fischer mit viel Applaus verabschiedet. Die SeminarteilnehmerInnen führten beim Mittagessen die angeregten Gespräche fort und waren sich schnell einig, die Idealbesetzung für die Rolle des Casanovas in den eigenen Reihen gefunden zu haben.

Als nächste Station erkundeten wir das nahegelegene Dorf Kleinwendern, das 2019 zum ersten Archedorf Bayerns gekürt worden war. Ein Archedorf zeichnet sich dadurch aus, dass seltene, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gehalten und gezüchtet werden.  Damit kann dem Aussterben dieser Tierrassen entgegengewirkt werden. Beim Rundgang mit Frau Wunderlich konnten wir dann auch die verschiedensten Tiere, die im Archedorf Kleinwendern beheimatet sind, kennenlernen. Das Deutsche Lachshuhn, die Thüringer Wald Ziege, das Rote Höhenvieh oder die Coburger Fuchsschafe haben uns vor Augen geführt, wie groß die Vielfalt auch bei Haustierrassen eigentlich wäre, wenn die kommerzielle Massentierhaltung nicht eine durch Hochleistungskriterien bedingte Gleichförmigkeit erzwingen würde. Dabei ist das Archedorf kein Streichelzoo oder Gnadenhof. Alle Tiere werden durchaus als Nutztiere gehalten. Das heißt, Eier, Wolle und Fleisch der Tiere werden entweder zum Eigenbedarf oder für den Verkauf verwertet. Neben diesem klassischen Nutzen betonte Frau Wunderlich auch den darüber hinausgehenden Wert der Tiere für die Landschaftspflege.

Am späten Nachmittag endete der Seminartag, der uns die große Vielfalt bei Haustierrassen vor Augen geführt und tiefe Einblicke in die Abläufe eines Kulturbetriebs ermöglicht hat.  Die Teilnehmenden stellten einhellig fest, dass sie in Zukunft Theateraufführungen mit anderen Augen sehen und genießen werden.

Bilder: KAB