Ein Schlaglicht auf den Weg der Pakete.
Organisiert vom Kreisverband Amberg-Sulzbach besuchen am 11. Februar 40 Teilnehmer in zwei Gruppen das 2022 eröffnete Amazon Logistikzentrum, um einen Einblick in die Logistik-Welt zu gewinnen und viele interessierte Fragen zu stellen.
Der Rundgang beginnt auf der Verwaltungs-Etage mit Büros, einem Pausenraum und einem konfessionsübergreifenden Gebetsraum. Herr Paroth begleitet unsere Gruppe sehr engagiert. Er versorgt uns mit einer Vielzahl an Informationen und versucht, alle unsere Fragen zu beantworten: Es gibt ausschließlich sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Das Einstiegsgehalt für Ungelernte liegt bei 16,10 € pro Stunde. Für die Nachtschicht gibt es 30% Zuschlag. Die Belegschaft ist international gemischt zusammengesetzt, deshalb ist Englisch die vorherrschende Sprache. Das Gewicht der einzelnen Pakete liegt überwiegend zwischen 100g und 13 kg, in der Spitze bis zu 23 kg. Die Zusteller sind nicht bei Amazon angestellt, sondern bei einem von fünf Lieferpartnern.
Die Logistikhalle im Erdgeschoss ist der Ort, an dem täglich ca. 20 LKW-Ladungen voller fertig gepackter Pakete angeliefert und in eine Flotte aus Lieferfahrzeugen umgeladen werden. Was zunächst relativ banal klingt entpuppt sich als logistische Herausforderung. Es gilt, unzählige Details, zu berücksichtigen. Ein Rechenzentrum in Barcelona verarbeitet in Echtzeit alle Variablen und definiert für jedes Paket, in welchen Packsack es kommen soll, welche Säcke zusammen in einen Lieferwagen kommen, in welcher Reihenfolge und auf welcher Route die Pakete ausgeliefert werden und wie viele Sekunden der Lieferfahrer voraussichtlich für jede Zustellung benötigen wird.
Wie jedes Wirtschaftsunternehmen will auch Amazon Geld verdienen. Und Zeit ist Geld, das wird im Logistikzentrum sehr deutlich. Jeder Handgriff und jeder Arbeitsschritt ist bis ins Kleinste durchdacht. Herr Paroth betont, dass die Abläufe so ausgelegt sind, dass ein zügiges Tempo angestrebt wird, das aber nicht an der Grenze des Machbaren liegt. Ziel sei es nicht, den Fahrer zu gängeln, sondern die Abläufe zu optimieren.
Ist die Arbeitswelt bei Amazon also rundum in Ordnung? Diese Frage kann bei einem Betriebsbesuch sicher nicht geklärt werden. Wir konnten aber interessante Einblicke in einen Bereich des Onlinehandels gewinnen, an den man normalerweise keinen Gedanken verschwendet, wenn man auf „jetzt kaufen“ klickt.
Die gemeinsame Einkehr bildet einen schönen Abschluss und bietet die Gelegenheit, über die gewonnenen Eindrücke zu diskutieren.
Bilder: KAB Regensburg












